Flugziele/Normandie
Die Normandie (und generell die östliche Kanalküste)

Hier soll der sämtliche Bereich entlang der französischen Kanalküste (abgesehen von der Bretagne) beschrieben sein, also der äußerste Nordosten des Landes. Dazu gehört vor allem die Normandie, aber auch Teile der Picardie und des Pas de Calais.

Bekannt ist die Normandie natürlich für ihre vielen Seebäder, allen voran Deauville. Außerdem natürlich für die besondere Geschichte des D-Days, also der Invasion der Alliierten in der Normandie. Die Invasions-Strände sollte man unbedingt einmal besucht haben; siehe dazu mehr weiter unten im Abschnitt zum Platz Caen (LFRK).

Zusammenfassend sind in diesem Abschnitt auch die weiteren, eigentlich nicht zur Normandie gehörenden Landstriche bis zur belgischen Grenze aufgenommen. Diese Ziele sind von großen Teilen Deutschlands aus kommend in ein paar Flugstunden zu erreichen und lohnen daher auch nur für einen kurzen Wochenendtrip.

Es gibt - halbwegs gutes Wetter vorausgestzt - sehr viele lohnenswerte Ziele und Flugplätze an der Kanalküste. Diese sollen hier "von Ost nach West" vorgestellt sein. Auch für diese Gegend gilt, dass die küstennahen Plätze anfällig sind, was augenblickliche, nicht vorhersehbare Bildung von Seenebel angeht.

Dunkerque (LFAK)

Der nördlichste Flugplatz Frankreichs. Direkt an der belgisch-französischen Grenze gelegen. Er hat eine Graspiste mit 640 Metern Länge. 500 Meter östlich des Platzes beginnt Belgien. Ein kleiner, meist verschlafener Platz, von dem aus es allerdings noch einmal knapp 10 Kilometer bis nach Dünkirchen selbst sind. Daher wird der Platz von "Flugtouristen" eher wenig angeflogen. Man kann vom Club ein paar Fahrräder leihen (dafür vorher anmelden). Keine Landegebühren. 100LL kann man nur dann bekommen, wenn jemand vom Club da ist.

Calais - Marck (LFAC)

Ein Klassiker an der Kanalküste. Bis 2014 hatte der Platz eine CTR; seitdem ist er unkontrolliert und hat "nur noch" AFIS (wer den, und somit englischen Funk haben möchte, muss auf dessen - sich ständig ändernden und meist etwas arg begrenzten - Betriebszeiten achten; daher bitte stets auch die NOTAMs checken!). Die IFR-Verfahren sind aber geblieben. Insgesamt aber gilt: es ist, abgesehen von britischen Privatpiloten, eher ruhig geworden hier. Die Tankstelle ist seit 2020 von TOTAL; mit der TOTAL-Card ist Tanken also 24/7 möglich. Wer keine TOTAL-Card hat, sollte vorab prüfen, zu welchen Wochentagen und Uhrzeiten man ohne Total-Card Treibstoff bekommen kann; m.W. ist das aktuell (2022) von montags bis samstags; dann ist Bezahlen mit Kreditkarte möglich.

Calais wird nach wie vor überwiegend für reine "Tech-Stops" (Sprit, aber vor allem auch Zoll) auf dem Weg von und zu den Britischen Inseln genutzt. Aktuell (2022) ist für Zoll mit mindestens 2 Stunden Vorlauf eine kurze Anmeldung über ein Webform auf der Homepage des Flugplatzes zu machen.

Im An-und Abflug ist auf die Restricted Area östlich des Platzes zu achten. Für's Tanken kommt ein Angestellter aus dem Terminalgebäude herbei (auch hierfür sind aber die mittlerweile etwas reduzierten Betriebszeiten des Tankdienstes zu beachten). Das Terminalgebäude ist eher heruntergekommen und alles ist etwas trist und meist verwaist - na ja, der morbide Charme der Kanalküste eben.

Es gibt ein Restaurant (mehr eine schlichte Bretterbude) am Platz, dass aber alle Nase lang alle den Pächter wechselt und daher öfter mal für gewisse Zeit komplett geschlossen ist. Somit am besten vorab dort anrufen. Aktueller Name "Au vol au vent".

Die Landegebühren sind sehr gering und auch Avgas ist stets günstig (deutlich günstiger als im überteuerten Le Touquet). Die Buslinie Nr. 1B in Richtung Zentrum von Calais (sonntags reduzierte Frequenz) hält mitterweile auch direkt am Airport. Und: die Busfahrt ist kostenlos!

In Calais gibt es natürlich zahlreiche Restaurants. Taxi ist wie immer recht teuer. Aber auch im nur einen Kilometer vom Airport entfernten und somit zu Fuß erreichbaren Örtchen Marck gibt es zwei Brasserien: erstens das "Bistrot de la Place". Dieses hat allerdings nur wochentags geöffnet und dann auch nur bis um 14:00 Uhr. Ein paar hundert Meter weiter gibt es noch das Café Brasserie du Centre, welches auch woochenends geöffnet hat (mittwochs geschlossen).

St. Inglevert (LFIS)

Kleiner, verschlafener Flugplatz westlich von Calais. Nichts so besonderes. Der kleine Ort St Inglevert ist zu Fuß in ca 10 Minuten zu erreichen und hat eine Bäckerei und Hotel; viel mehr nicht. Bis ans Meer, am etws größeren Küstenort Wissant (mit schönem Strand und beeindruckender Steilküste) sind es ca. 6 Kilometer. In Wissant gibt es Taxis.

Boulogne-sur Mer (LF6251)

Dieser private Platz mit seiner 500-Meter Graspiste liegt direkt an der Steilküste. Vor allem der Anflug von Westen auf die Piste 10 ist daher sehr interessant. Sehr freundlicher Eigentümer. Relativ kurzer Weg in die Stadt und an den Strand. Es gibt auch einen Linienbus. Restaurant z.B. "Le Spot" mit schönem Blick. Weitere Infos bei BASULM (als Privatplatz ist er nicht in der AIP geführt).

Le Touquet Paris-Plage (LFAT)

Der große GA-Klassiker an der französischen Kanalküste, die hier "Opalküste" heißt. Geographisch ca. auf halber Strecke zwischen Deauville und der französisch-belgischen Grenze gelegen. Fliegerisch für die GA eine absolute Top-Adresse, allerdings mit etwas hohen Gebühren. ATC spricht sehr gutes Englisch, zumal an Wochenende scharenweise englische Piloten auf der Suche nach schönem Wetter einfallen. Insbesondere zwischen ca. 11:30 und 13:30 Uhr ist manchmal der Teufel los, so dass man dieses Zeitfenster eher meiden sollte.

WICHTIG: seit 2020 gibt es für ATC eine verordnete Mittagspause. Die ist aktuell (2021) von 13:30 bis 15:00 Uhr lokal. In dieser Zeit ist der Platz unkontrolliert und man muss auf Französisch funken! Außerdem gibt es gewisse Wochentage, an denen den ganzen Tag keine ATC da ist. Falls Ihnen ATC / englischsprachiger Funk wichtig ist: gut die NOTAMs prüfen!

Nach dem Abstellen auf dem großen Vorfeld geht man zu Fuß ins Arrivalgebäude wo man freundlich empfangen wird und gefragt wird ob man Sprit möchte. Bejaht man dies, fährt der Tankwagen vor und betankt des Flugzeug mit der gewünschten Menge, während man sich um anderes kümmern kann. Nice. Allerdings: Avgas ist immer sehr teuer. Aber: Letzteres gilt nur, wenn man den besagten Betankungsservice per Truck tankt. Daneben gibt es nämlich auch eine feste TOTAL-Tankstelle. Dort kann man alternativ per self-service tanken, aber eben nur, wenn man die französische TOTAL-Card. Der Preis für 100LL entspricht dann dem Standard-Preis für TOTAL-Card--Kunden und ist somit dann deutlich günstiger als wenn man per Truck betankt wird.

Der Zoll fordert (für Flüge von oder zu den Britischen Inseln o.ä.) eine kurze Anmeldung per e-mail mit zwei Stunden Vorlauf. Ohne Zollnotwendigkeit ist wie in Frankreich üblich keinerlei Voranmeldung / PPR notwendig. Aber selbst für Zoll&Ein- bzw. Ausreise wird es in Le Touquet meist nicht so genau gesehen mit der Voranmeldung, weil der Zoll eben ohnehin tagsüber immer am Platz ist.

Der Flugplatz ist für einen reinen GA-Platz nicht ganz billig. Landen kostet für einen Zweitonner 36 Euro (bei Inlandsflügen 24 Euro). Schon ab 2,1 Tonnen muss man außerdem Handling bezahlen.

Fliegerisch ist aber wie gesagt alles vom Feinsten und alles funktioniert reibungslos.

Es gibt ein gutes Flughafenrestaurant, die Brasserie "L'Escale" (7 Tage die Woche geöffnet), welches aber eben auch nicht spottbillig ist.

Das Küstenstädtchen Le Touquet liegt nicht weit vom Platz entfernt. Ein Taxi kost nur ca. 14 Euro, ist aber je nach Saison und Glück manchmal nicht zu bekommen. Man kann aber auch zu Fuß gehen (eine halbe Stunde, aber teilweise durch schöne grüne Villengegenden). Oder man leiht am Platz (gute) Fahrräder - auch das aber nicht ganz billig. Auch Mietautos können wohl mit Voranmeldung am Platz organisiert werden.

Die Städtchen ist abgesehen von der etwas häßlichen Appartmenthäuserzeile an der Seafront recht schön und lebendig, ohne aber, was Architektur und Niveau angeht, an z.B. Deauville heranzukommen. Trotzdem ist gefühlt an manchen Wochenenden hier halb Paris unterwegs.

Alternativ zu Le Touquet kann man auch die gegenüber liegende Stadt Étaples besuchen. Sie ist vom Flugplatz problemlos zu Fuß zu erreichen. Spürbar günstiger und weniger "touri" als Le Touquet, aber eben auch ohne das entsprechende Seaside-Flair. Sehr gut (aber auch nicht gar so günstig) ist das dortige Fischlokal "Aux Pêcheurs d'Étaples". Auch das "Planet Océan" und das "Au Vieux Port" werden empfohlen. In Le Touquet is "Perard" der Klassiker für Seafood. Reservieren wie immer dringend empfohlen.

Noch ein kleiner fliegerischer Tipp: wenn man vom Parkplatz zum Rollhalt der 32 rollt, sollte man (dort wo man die alte, geschlossene Piste kreuzt) langsam rollen, denn da ist eine kurze aber spürbare Senke - sonst könnte es bei geringer prop-clearance knapp werden.

Berck sur Mer (LFAM)

Die etwas bodenständigere Alternative zum sehr nahen Le Touquet (auf deren sehr nahe CTR aufpassen). Kein IFR, kein Zoll, keine Asphaltpiste und kein ATS. Dafür aber natürlich auch viel weniger Verkehr, keine Landegebühren etc. Der Grasrollweg an der Pistenmitte ist häufig sehr weich, da der Untergrund sandig ist. Besser die schmalen Asphaltrollwege an den Pistenenden nehmen. Parken auf Gras. Avgas kann man gegen cash vom Aeroclub bekommen. Auch Camping am Platz ist erlaubt.

Es sind ca. 3,5 Kilometer in den Ort. Dieser ist wie gesagt etwas schlichter als Le Touquet. Es gibt viel Camping-Tourismus.

Abbeville (LFOI)

Ein kurzer Abstecher ein paar Kilometer ins Inland: Abbeville, an der Somme gelegen ist ein mittelgroßes Städtchen. Der Flugplatz hat eine Asphaltpiste, aber keinen ATS. Leider hat der Platz Ende 2016 auch seinen Status als Grenzübergangsstelle verloren; es sind also keine Flüge mehr von und zu den Britischen Inseln möglich (früher wurde der Platz sehr viel von englischen UL-Piloten auf dem Weg nach Südfrankreich genutzt).

Laut AIP gibt es hier neben 100LL auch UL91. Außerdem gibt es für den Treibstoff ein normales Kreditkartengerät, also Self-Service! Es gibt ein Restaurant und Motel am Platz; beide wurden 2017 renoviert. Moderate Landegebühr. Stets freundlich und sympathisch. Das Stadtzentrum liegt knappe 4 Kilometer südlich. Nach zwei Kilometern in Richtung Stadt gibt es außerdem noch ein (Trucker)- Restaurant, die "Auberge Fleury" (sonntags allerdings geschlossen).

Eu-Mers - Le Tréport (LFAE)

Kleiner, unauffälliger Platz (mit Asphaltbahn) zwischen Abbeville und Dieppe aug einem Hügel gelegen. Rollen und Parken auf Gras. Keine Landegebühren, aber kleine Spenden sind gern gesehen. Der Platz ist eher selten besetzt. Wenn doch, kann man ggf. UL91 bekommen. Kein 100LL. Der Ort ist ein Doppelort: Mers Les Bains ist ein Strandort, ca. 3 km vom Platz. Le Treport (5km) ist vorwiegend Hafen. Dessen kleine Altstadt liegt direkt am Wasser; dahinter eine Steilküste, auf dem man mit einem kostenlosen Aufzug hinauffahren kann. Der Ort Eu ist dem Platz am nahesten (2 km), er liegt aber nicht direkt am Wasser. Taxis sind schwierig zu bekommen.

Amiens-Glisy (LFAY)

Nicht an der Küste gelegen, aber trotzdem eine der Haupstädte der Nordens Frankreichs - in diesem Fall des Pas de Calais. Der Flugplatz ist ein AFIS-Platz (AFIS nur wochentags und mit Mittagspause, und auch nur in französisch), wobei der AFIS seit Mitte 2022 per NOTAM nicht mehr fungiert. Möglicherweise wird es auch in Zukunft keinen AFIS mehr geben. Es gibt aber weiterhin IFR-Verfahren, aber keinen Zoll. Avgas gibt es per TOTAL-Tanke (wenn jemand vom Aeroclub de Picardie da ist mit Kreditkarte, sonst nur per TOTAL-Card). Außerdem ist der Platz für ULs nur mit PPR zugelassen. Es gibt ein Restaurant am Platz.

Amiens ist berühmt für seine Kathedrale, die über dem Fluss Somme thront und stilistisch als perfekt bezeichnet werden kann. Sie ist sowohl flächenmäßig als auch vom Raumvolumen her die größte in Frankreich.

Dieppe St. Aubin (LFAB)

Dieppe ist schon eine etwas größere Stadt, direkt am Kanal und sie ist recht hübsch. Der Platz hat seit 2019 keinen AFIS mehr; leider ist der Platz seitdem auch offiziell "french-only". Es gibt keine Landegebühr mehr und auch keine Zollmöglichkeit.

Dafür hat der Platz nach wie vor einen IFR-Anflug und recht viel Sprungbetrieb (daher hier Startup Clearance erforderlich). Für Treibstoff muss man vorab anfragen (es wird dann auch eine Extra-Betankungsgebühr berechnet).. Getränke gibt es im Clubhaus, aber kein Restaurant.

Rouen (LFOP)

Die Hauptstadt der Normandie, gelegen am Lauf der Seine, ca. 30 Kilometer vom Kanal entfernt. LFOP ist ein kleiner Flughafen. Es gibt nur noch wenig Flugbetrieb (aktuell gar keine Linie mehr). Flugbetrieblich ist er ohne Überraschungen oder Probleme für die GA. Start-up Clearance erforderlich, auch für VFR. Zoll / Einreise erfordert mittlerweile 24-48h Voranmeldung. Sehr moderate Gebühren. Das Restaurant am Platz wurde geschlossen. Es gibt auch keine Mietwagen mehr. Taxis in die Stadt kosten ca. 35 Euro. Uber etwas weniger.

Die Stadt ist - obwohl auch Sie im Krieg recht stark zerstört wurde - sehr sehenswert. Die Kathedrale von Rouen war lange Zeit das höchste Bauwerk der Welt und hat noch immer den höchsten Kirchturm Frankreichs. An Sommerabenden wird die Westfassade der Kathedrale zur Riesenleinwand, auf der künstlerisch historische Geschichten erzählt werden.

Le Havre-Octeville (LFOH)

Wenn man die Küste westwärts entlang fliegt und auf Le Havre zusteuert, sollte man übrigens unbedingt an dem kleinen Ort Êtretat vorbeifliegen. Die dortigen Steilküsten sind weltberühmt und ein schönes Fotomotiv. Auch die Küsten westlich davon bis Le Havre selbst sind sehenswert.

Le Havre ist eine wichtige Hafenstadt an der Nordeite der Mündung der Seine. Im An- und Abflug sollte man sehr auf die LF-P28 achten. Umso beeindruckender ist die riesige Brücke "Pont de Normandie". Außerdem ist der Final auf die 04 (über die Kliffs) sehr schön. Zoll erfordert 24/48 Stunden Voranmeldung. Es gibt einen AFIS (Betriebszeiten checken) und einen RNAV-Anflug. Treibstoff gibt es von TOTAL, mit Carnet-Automat. Ohne das Carnet hilft die Feuerwehr. Beim Abflug ist übrigens auch für VFR eine Startup-Clearance notwendig. Meist ist aber fliegerisch nicht viel los. Im Terminal befindet sich ein beliebtes Restaurant.

Le Havre selbst ist zwar recht groß, als Stadt aber weitestgehend überhaupt nicht schön, da sie im Krieg weitgehend zerstört wurde und dann ohne Sinn für Ästhetik wieder aufgebaut wurde. Allerdings ist LFOH der geeignetste, da nahestgelegene Platz für einen Besuch des ca. 15 km nordöstlich gelegene Küstenstädtchens Étretat, mit seinen berühmten Küsten und einem sensationellen Golfplatz oberhalb der Küste. Leider gibt es seit einiger Zeit wohl keine Car-Sharing-Angebote mehr am Platz (früher gab es hier zwei Autos von Renault). Man muss also zunächst in die Stadt um ein Auto zu bekommen.

Östlich der Stadt gibt es außerdem noch den Grasplatz Le Havre Saint Romain (LFOY).

Deauville St. Gatien (LFRG)

Der berühmteste Badeort der Normandie, direkt an der Südseite der Seine-Mündung gelegen. Anfang des 20. Jahrhunderts machte hier die High Society Sommer-Urlaub.

Der Platz LFRG hat gute Öffnungszeiten. Bis 2019 war auch - als einer der wenigen Kanalküstenplätze in Frankreich - Zoll (bzw. Schengen- Ein- oder ausreise) komplett ohne Voranmeldung möglich; mittlerweile braucht es allerdings auch hier dafür 24 (!) Stunden Voranmeldung (und am Wochenende sogar 48 Stunden) - leider. Beim Anflug von Norden (also ca. aus Richtung des Waypoints XAMAB) kann man meist problemlos die CTR und den Platz von Le Havre kreuzen (dabei auf die LF-P28 achten). Bei Flügen aus UK muss man nach dem Abstellen zunächst kurz bei "Douanes" vorbeischauen. Landegebühren bezahlt man beim Büro der Chambre de Commerce. Diese sind noch moderat; die Parkgebühren allerdings sind nicht gerade günstig. Auch die Beleuchtungsgebühren für Nachtflüge sind recht hoch. Ein Restaurant ist am Platz vorhanden (allerdings mit teils schlechten / unregelmäßigen Öffnungszeiten; vorher checken!). Vorfeldzugang nur auf Vorzeigen der Pilotenlizenz!

Eine wichtige Info zum Thema Tanken. Die Tankstelle ist hier von BP. Dort wird kein Bargeld akzeptiert. Also nur BP-Karte oder Kreditkarte. Das Problem: auch mit vielen Kredikarten gibt es neuerdings wegen Inkompatibilität Probleme. Und dann kann man, wenn man keine BP-Card hat, gar nicht mehr zahlen. Das merkt man aber erst, wenn man schon getankt hat. Und dann wird man im Zweifel am Platz festgehalten. Also: wer keine BP-Card hat, sollte sich hier unbedingt anderweitig vorab einen Fuel-Release besorgen!

Im Sommer gibt es gelegentlich PPR-Pflicht fürs Parken (siehe NOTAMs) und dann teilweise auch relativ viel Linien- und Charterverkehr.

Der Ort Deauville ist baulich wirklich hübsch und mondän (kaum Bausünden). Einzigartig an der Küste der Normandie. Eines der besten und atmosphärisch schönsten Restaurants in Deauville ist seit mehreren Jahrzehnten das "Chez Mioque". Viele Berühmtheiten haben hier schon gegessen. Ein bisschen touristisch ist es schon geworden, aber das Essen ist nach wie vor sehr sehr gut. Preise relativ hoch, aber wie gesagt: sehr gute Qualität und tolle Atmosphäre. Nur wenige Gastplätze, daher unbedingt reservieren.

Auch das direkt neben Deauville liegende Trouville ist recht hübsch und etwas städtischer als Deauville. Die Restaurantpreise sind einen Tick niedriger. Außerdem gibt es einen schönen Fischmarkt, wo man allerlei Meeresfrüchte kaufen und sich diesen auch gleich zubereiten lassen kann. Eine andere Alternative mit vielen Restaurants ist der pittoreske Hafenort Honfleur.

Taxis nach Deauville und Trouville sind leider teilweise recht teuer, obwohl es nur ca. 5 Kilometer sind. Empfohlen wir Taxi Valet Thierry, Tel. 0607558561, der wohl nur 20 Euro für die Strecke nach Deauville verlangt. Honfleur kostet etwas mehr. Am Platz gibt es, allerdings nur mit Vor-Reservierung, auch Mietautos (Hertz hat dort eine Station; die von Europcar ist wohl geschlossen). Auch ada, eine französische Mietwagenkette (sonntags geschlossen), hat in der Stadt Deauville eine Agentur und bringt auf Vorbestellung Autos zum Platz. Darüberhinaus gibt es zwar auch einen Bus nach Deauville und Honfleur (Linie 20); die Frequenz ist aber ziemlich mager, so dass man schon viel Glück haben muss, um diesen halbwegs abzupassen.

Aber: es gibt wohl auch Uber in der Region von Deauville. Daher kann man damit gegenüber klassischen Taxis einiges Geld sparen.

Caen (LFRK) und die "Invasion Beaches"

Es ist dort eigentlich alles geboten, was man brauchen könnte, inkl. sehr kurze Wege für die GA und sehr geringe Gebühren. Treibstoff gibt es von BP. Zoll/Einreise ist möglich, aber leider auch hier nur noch mit 24h Voranmeldung. ABER: Auch unabhängig vom Thema Zoll gibt es aber mittlerweile eine generelle PPR-Regelung, daher unbedingt gut die AIP (und ggf. die NOTAMs) prüfen. An gewissen Tagen wird man bei Anfragen leider (wegen Personal- oder Platzmangel) abgewiesen! Die GA wird einfach wie ein lästiges Übel behandelt. Leider kein wirklich GA-freundlicher Platz mehr.

Weiterer Nachteil: der Platz ist einige Kilometer von der Stadt entfernt, Taxis sind entsprechend etwas teuer. Uber ist wohl auch möglich und sicher etwas günstiger. Es gibt allerdings auch einen Linienbus (Nr. 3 oder Nr. 1). Kein Restaurant direkt am Platz; nur Snacks von einer Art Kiosk. Mietwagen gibt es ohne Weiteres direkt am Airport nur wochentags. Mietwagen sind nur mit Vorabreservierung zu bekommen. Am Wochende wohl gar nicht; da muss man für einen Mietwagen zunächst zum Bahnhof von Caen fahren.

Aber es sei recht klar gesagt: die Stadt Caen ist absolut nicht sehenswert, weil sie im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden ist. Lediglich am Kopfende des Sportboothafens (Port de Plaisance) ist es ganz nett; dort kann man z.B. im "Le Grillon" recht ordentlich essen.

Eine viel hübschere Stadt ist z.B. Bayeux, ca. 25 km nordöstlich des Platzes. Dort kann man übrigens sehr das Hotel Tardif empfehlen; ein kleines Haus mit sehr viel Charme. In Bayeux sollte man mal das Museum mit dem berühmten Teppich von Bayeux besichtigen.

LFRK ist vor allem aber der geografisch am besten geeignete Platz, um die Landungsstrände der Alliierten Invasion 1944 und die dazugehörigen Denkmäler und Museen zu besuchen. Utah, Omaha, Sword, Juno und Gold heißen die Strände. Insbesondere am Utah Beach und am Omaha Beach gibt es teilweise sehenswerte Museen. Besuchen sollte man unbedingt auch den deutschen Soldatenfriedhof von Colleville sur Mer. Auch Arromanches mit den noch vorhandenes Blockschiffen im Meer ist interessant. Die am besten erhaltene Stellung der Deutschen ist Longues sur Mer. Und wer noch mehr über die Invasion lernen will, muss mit dem Auto nach Sainte Mère L'Eglise fahren. Auch dort gibt es ein gutes Museum. Dieser Ort ist allerdings bereits so weit westlich gelegen, so dass es schneller von Cherbourg aus erreichbar ist.

Cherbourg Maupertus (LFRC)

Der Flughafen im äußersten Nordwesten der Normandie, an der Nordspitze der Cotentin-Halbinsel. Allerdings gibt es keine Linienflüge mehr, daher nur noch (eher wenig) GA-Verkehr. Dennoch ist der AFIS nach wie vor an (in der Saison) sieben Tagen die Woche in Betrieb (aber NOTAMs checken, außerhalb der Saison ist der AFIS-Dienst teilweise eingeschränkt). Außerhalb dessen Betriebszeiten ist zwar das Fliegen möglich, aber dann wie immer "French-only". Zoll (bzw. Schengen- Ein- und Ausreise) ist möglich, wobei auch hier nun 24 Stunden Voranmeldefrist gilt.

Bei An- und Abflug auf keinen Fall die Stadt Cherbourg überfliegen, denn dort gibt es ein Luftsperrgebiet.

Treibstoff gibt es mittlerweile von einer Self-Serve-Tankstelle, die normale Kreditkarten nimmt. Allerdings ist es Berichten zufolge schwer, sie in Gang zu bringen; außerdem fördert sie nur sehr langsam Sprit. Früher gab es lange ein kleines Bistro am Platz ("Le Coucou de Fourchette", geleitet von "Luc & Edith", bei Briten beliebt). Das Paar ist aber 2019 endgültig in den Ruhestand gegangen; seitdem gibt es bisher kein Restaurant mehr am Platz; es wird seit Anfang 2022 ein neuer Pächter gesucht.

Cherbourg ist als Hafenstadt für einen halben oder einen Tag durchaus OK, vor allem im Hafenviertel. Auch das dortige Meeresmuseum soll sehenswert sein. Leider ist der Weg vom Flughafen relativ weit; auf ein Taxi muss man etwas warten und es kostet natürlich nicht ganz wenig (ca. 30-35 Euro). Direkt zu Fuß ans Meer beim Ort Maupertus ist es ein ca. halbstündiger Fußmarsch; dort kann man z.B. im "La Maison Rouge" essen.

Lessay (LFOM)

Auf halbem Weg zwischen Cherbourg und Granville, nahe der Küste gelegen. Der Platz hat nur eine (wenn auch lange) Graspiste. Außerdem ist auf der Funkfrequenz genau genommen "FR-only" gefordert. Vor allem Segelflug- und Fallschirmsprungbetrieb; daher den Platz im Anflug nicht überfliegen. Der Platz liegt ziemlich genau gegenüber der Insel Jersey, welche man beim Anflug meist gut sehen kann. Die Tankstelle ist von TOTAL, mit Automat für die TOTAL-Karte. Man kan zu Fuß in 10 Minuten in den Ort Lessay spazieren.

Granville (LFRF)

Granvilleist ein Fischerei- und Hafenort an der Westseite der Cotentin-Halbinsel und vom Flair her schon stark "bretonisch" angehaucht, denn er liegt auf der Grenze zwischen Normandie und Bretagne. Der Flugplatz (Beiname: "Mont St. Michel") liegt ein paar Kilometer nördlich, direkt am Meer. Sonst aber ist der Platz nichts so besonderes. Kein IFR, und seit einigen Jahren ist leider auch kein Zoll mehr möglich. Auch Granville fordert auf der Funkfrequenz ausschließlich Französisch (aber wie im Abschnitt "Funk" erläutert, in der Praxis kann man sich beim AFIS telefonisch voranmelden und dann auch mit englischem Funk landen). Avgas gibt's von TOTAL, mit Carnet-Automat. Die Landegebühr hinterlässt man in einem Briefkasten.

Es gibt aber ein kleines, einfaches Restaurant am Platz (Le Madinina - mit u.a. Spezialitäten aus den Überseegebieten Frankreichs). Außerdem gibt es ein Hotel mit gutem Seafood-Restaurant ("Le Relais des Îles") am Strand von Coudeville, nahezu direkt am Nordrand des Flugplatzes (da der Abstellplatz aber im Süden ist, sind es ca. 15-20 Minuten Fußmarsch). Auch der Golfplatz ist noch in Gehreichweite, wo es ein weiteres Restaurant ("Albatros") gibt. In Granville ist neben der auf einem Hügel gelegenen Innenstadt allgemein u.a. das Dior-Museum und der umliegende Garten sehenswert. Der geschäftige Hafen der Stadt sorgt für Atmosphäre. Leider gibt es direkt am Platz in Granville keine Mietwagen, d.h. man muss, wenn man die Gegend erkunde möchte, zuerst mit dem Taxi in die Stadt.

Als Flugplatz aber noch atmosphärischer und interessanter als LFRF ist Avranches (LFRW):

Avranches - Le Val St. Père (LFRW)

Dies ist nicht nur der dem Mont St. Michel nächstgelegene Platz, sondern auch insgesamt einer der schönsten Flugplätze Frankreichs. Er liegt in den Salzwiesen jener Bucht, in der das berühmte Monument liegt.

In die 800-Meter Graspiste eingelassen gibt es eine 400 Meter lange Asphaltpiste (gute Übergänge). Manchmal weiden Schafe auf der Piste, die man dann zunächst verscheuchen muss. Leider ist dieser Platz jedoch "usage restreint", d.h. Gäste dürfen eigentlich nicht so ohne weiteres landen. In diesem Falle ist das aber nicht allzu wild, denn es ist lediglich eine kurze Genehmigung vom örtlichen Luftamt von Nöten. Der Aeroclub hilft dabei und stellt auch das Formular dafür auf seiner Website zur Verfügung. Und wenn man ohne diese Prozedur auf dem Platz landet, stört das auch niemanden wirklich, solange man keinen Mist baut. Allerdings: der Platz ist stets in erhöhter Überflutungsgefahr, daher sollte man sich ohnehin vorab beim Aeroclub erkundigen. Auch eine Webcam gibt es auf der Website. Avgas und auch Mogas sind vorhanden.

Mit dem Taxi kann man für ca. 20 Euro nach Avranches fahren. Das Städtchen ist ganz nett für einen halben Tag und dort kann man dann auch einen Mietwagen bekommen.

Fast schöner ist aber der Flugplatz selbst: von dort aus hat man einen schönen Blick auf den Mont St. Michel. Tipp: Picknick am Platz machen. Hierfür gibt es ein paar schöne Bänke und Tische. Sonst gibt es am Platz nur ein kleines Cafè. Auch für das Campen ist der Platz geeignet; es gibt für Gäste eine Dusche. Man wähnt sich hier in einer anderen Zeit! Toll!

Übrigens: wer den zu einer Klosteranlage ausgebauten Granitfelsen Mont St. Michel umfliegen möchte, sollte unbedingt die Flugbverbotszone rund um die Insel beachten. Also: entweder Abstand halten, oder mindestens auf 3000 Fuß fliegen!

Diejenigen, die den Mont St. Michel mit dem Auto besuchen wollen, müssen berücksichtigen, dass es seit ein paar Jahren (Renaturierung) keinen befahrbaren Damm mehr zur Insel gibt.


© Philipp Tiemann
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