7Flugziele/Provence
Die Provence und die Côte d'Azur

Dieser Abschnitt soll die Schönheiten und Flugplätze der Region Provence Alpes / Côte d'Azur behandeln. Einige Plätze des alpinen Teils dieser Region sind allerdings im Abschnitt "Alpen" erläutert.

1. Die Cote d'Azur

Die Côte d'Azur (manchmal auch als "Französische Riviera" bezeichnet), reicht von der italienisch-französischen Grenze bei Menton (übrigens ein sehr hübscher Ort) bis ca. kurz vor Marseille. Sie ist berühmt für den Jetset, das milde Klima, das blaue Meer, die Kunst, die tolle Vegetation sowie insgesamt die große Lebensqualität.

Fliegerisch ist die Côte d'Azur zu jeder Jahrenszeit (außer im Juli und August) empfehlenswert. Baden im Meer kann man zwischen Anfang Mai und Ende Oktober. Aber insbesondere auch in den Wintermonaten ist die Côte d'Azur ein Highlight, denn die Tagestemperaturen liegen tagsüber eigentlich nie unter 13-14 Grad. Nebel ist dort folglich nahezu unbekannt und die Anzahl der Sonnenstunden ist überragend. Kein anderes Ziel, welches man von Mitteldeutschland aus in ca. 4 Flugstunden per PA28 erreichen kann, bietet das (lediglich der benachbarte westliche Teil Liguriens ist diesbezüglich ähnlich). Außerdem ist hier der Wind in aller Regel deutlich schwächer als im Rest Südfrankreichs, also dem Rhonetal und dem Languedoc-Roussilion.

Das Fliegen entlang der Küste der Côte d'Azur macht großen Spaß. Es ist lediglich zu bedenken: geeignete Notlandefelder sind in großen Teilen der Region recht rar gesät. Außerdem: speziell über Land kann es häufig relativ starke Turbulenzen geben. Und: der westliche Teil der Côte d'Azur ist doch recht stark mit militärischen Lufträumen zugepflastert; der östliche ist durch die kontrollierten Lufträume von Cannes und Nizza ebenfalls etwas anspruchsvoll zu befliegen.

Kommen wir nun zu den Flugplätzen der Côte d'Azur. In dem Abschnitt zwischen Menton und Nizza gibt es leider keinen Flugplatz; lediglich einen Heliport in Monaco. Wer in dieser Gegend sein Reiseziel hat, sollte ggf. erwägen, im italienischen Albenga (LIMG) zu landen. Dort sind zumindest die Parkgebühren sehr gering. Für weitere Infos dazu siehe fliegen-in-italien.de.

Der spektakuläre Flughafen von Nizza (LFMN) ist weitgehend dem Linienverkehr sowie der "großen GA" (Jets und Co.) vorbehalten. Zum Ersten sind PPR und Slots von einem der Handling-Agents notwendig. Außerdem sind täglich Starts und Landungen nach VFR während der Mittagszeit für 3 Stunden verboten. Preislich ist LFNM sehr teuer; auch für eine kleine SEP bezahlt man ca. 600 Euro (die Preise der Handler sind untereinander recht ähnlich, aber vergleichen sollte man trotzdem). Außerdem braucht man für IFR-Flüge einen Airport-Slot.

Allerdings hat der Platz natürlich alle möglichen Annehmlichkeiten zu bieten (außer Avgas). Der Anflug ist natürlich ein Highlight. Vor allem aber: man kann vom Flughafen aus in ca. 10 Minuten mit dem Taxi oder Uber entlang der Promenade des Anglais ins Zentrum dieser wunderbaren, mediterranen Metropole fahren. Edler Luxus. Verständlicherweise findet der größte Teil der GA in dieser Region jedoch im etwas westlich gelegenen Cannes-Mandelieu (LFMD) statt.

Touristische Tipps für Nizza: In der Altstadt ("Vielle Ville") empfehle ich unbedingt einen Besuch des Cours de Saleya und des dortigen, täglichen Markts (montags Antiquitäten). Sehr hübsch auch die Place Massena und deren Umgebung. Sehenswert ist auch der Vieux Port. Wer 214 Stufen auf den Schlosshügel klettert, gewinnt einen schönen Blick über die Baie des Anges und die Stadt. Und natürlich gehört ein Spaziergang entlang der Promenade des Anglais vorbei am Palais de la Mediteranée bis zum Hotel Negresco dazu. Auch Teile der Neustadt, z.B. entlang des Boulevard Victor Hugo sind unbedingt sehens- und erlebenswert. Und ein Strandbesuch gehört (trotz der hier durchweg steinigen Strände) natürlich unbedingt dazu.

Cannes-Mandelieu (LFMD)

*Der* GA-Flugplatz in Südfrankreich. Nirgendwo gibt es so viel lebendige GA wie an diesem Airport. Das Ganze bei nahezu immer Sonnenschein, tollem Meeresklima und üppiger Vegetation. Kurzum: man fühlt sich hier etwas nach Florida versetzt, so paradiesisch ist es hier. Ein professionell betriebener Platz, nur für die GA. Von daher gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund, Nizza anzufliegen (außer, man möchte unbedingt soll schnell wie möglich nach oder in die Gegend von Nizza selbst). Wehrmutstropfen in Cannes: ULs sind in LFMD nicht erlaubt, auch nicht mit PPR. Aber fangen wir vorne an:

Der Flughafen hat alles zu bieten, was man sich wünschen kann: sehr großzügige Öffnungszeiten, IFR-Anflüge (allerdings kein ILS), Zoll, Treibstoff, Restaurant, Mietautos, mehrere Werften und Flugschulen/Clubs, etc. Sogar ein einfaches Hotel ("Campanile") und einen Pilot-Shop gibt es hier. Nachtflug (VFR und IFR) ist in gewissem Rahmen (nnerhalb der ATS-Zeiten möglich.

Für Flugzeuge unter 3,5 Tonnen MTOW und weniger als 12m Spannweite ist Handling allgemein keine Pflicht. Und: Grundsätzlich ist der Platz, auch für längeres Parken, nicht PPR. Das Ganze hat aber leider ein paar Einschränkungen: erstens gibt es mehrere Male im Jahr NOTAMs, mit denen dann doch zeitweise PPR gefordert wird. Meist hängt dies mit großen Events wie den Filmfestspielen und dem F1-Grand Prix in Monaco (beides jeweils im Frühling) oder der Cannes Airshow (Frühsommer) zusammen. Zweitens ist es auch außerhalb dieser Events so, dass es manchmal sehr voll wird, so dass keine Parkflächen mehr zur Verfügung stehen (dann gibt es oft ein NOTAM). Vor allem gibt es nicht sehr viele Asphaltparkflächen für gastierende SEPs. Achtung: seit 2021 ist im Hochsommer, also im Juli und August a) Handling generell, also für alle Pflicht und b) es unterliegen alle IFR-Flüge der Slot-Koordination.

Konkret: das komplette Asphaltvorfeld vor dem Terminal und südlich des Towers ("Tango") wird primär für Jets und Turboprops verwendet. Um dem Nachdruck zu verleihen, wird leider seit 2019 für dort parkende Maschinen grundsätzlich Handling (ca. 50 Euro extra) abgerechnet. Dies auch um SEPs dort etwas fernzuhalten. Selbst wenn man bereit ist, die zusätzliche Handlnggebühr zu bezahlen, wird man dort wenn viel los ist nicht zum Parken zugelassen.

Stattdessen darf bzw. muss man mit SEPs und leichten MEPs auf Gras Parken und zwar in der Regel auf den den Grasstreifen zwischen dem Rollweg Yankee und dem Vorfeld (dessen Stellpläatze rein privat an verschiedene Werften etc. dauervermietet sind). Dies sind die Parking Areas "Golf" und "Mike". Das Problem: diese sind leider meist absolut ungepflegt. Hohes Gras, Unkraut, Unebenheiten und teilweise versteckte Steine im Gras. Hier kann man sich schnell was kaputtmachen. Eigentlich ist diese "Parkfläche" eine Riesenfrechheit, aber man hat oft keine Wahl, bzw. wird durch die auf Ashpalt greifende Handlngpflicht dorthin getrieben. Ich empfehle a) das Flugzeug nur von Hand auf dieser Fläche zu manövieren (am besten auf der Vorfeldseite abstellen und dann rückwärts zurückschieben) und b) sich bei jeder Gelegenheit über den Pflegezustand dieser "Parkfläche" beim Airport zu beschweren. Wenn man hingegen mehr als 12 Meter Spannweite hat (z.B. DA50, etc.), dann sind die Grasflächen Golf & Mike nicht zugelassen. Dann MUSS man auf Asphalt und dann MUSS man wiederum auch Handling bezahlen.

Aus dem Platz raus (oder bei Abflug wieder rein) geht es bei Inlandsflügen über eine Kontrollstelle unterhalb des Towers. Bei jeglichen internationalen Flügen muss man (wegen polizeilicher Passkontrolle) durch das Terminal gehen und auch die Personendaten hinterlassen. Immerhin: man darf auf der Airside unbegleitet zu Fuß gehen.

Noch zum Anflug nach VFR: Wie auch beim Flughafen Nizza führen eine Serie von schönen low-level Strecken über das Meer zum Platz (es sind aber auch An- und Abflüge in Nordrichtung möglich). Idealerweise sollte man die zahlreichen Meldepunkte in seinem GPS haben bzw. eine Moving Map haben, die diese Punkte und Routen zeigt. Hinweis: auf Teilen dieser Wasserstrecken innerhalb der Nizza CTR muss man sogar auf maximal 500 Fuß fliegen. Sonst sind es meist 1000; teilweise sind auch wiederum größere Höhen vorgeschrieben. Alternativ gibt es noch eine "Mountain-Route", welche inlands entlang führt. Hier ist allerdings häufig mit starken Turbulenzen zu rechnen; Quellwolken über den Bergen können diese Route unmöglich machen.

Auch die Platzrundenführung ist aus Lärmschutzgründen sehr genau vorgeschrieben und unterscheidet sich für Twins und Singles. Zuallermeist ist die Piste 17 in Betrieb (nachts Landungen nur auf der 35).

Zum Anflug nach IFR: Dieser geht zunächst stets von Süden auf die Piste 35, entweder als LOC-DME oder als RNP. Dann folgt meist ein Circling auf die 17. Auch hier sollte man sich die Verfahren vorab gut angesehen haben. Grundsätzlich: je nach Windrichtung und Stärke kann es gelegentlich ziemlich starke Turbulenzen im Anflug geben.

Noch etwas zur Flugvorbereitung: seit ein paar Jahren stellt der Flughafen auf seiner Website ein "Flughafen-Briefing" zur Verfügung. Dies ist allerdings nur für IFR-Flüge verpflichtend. Aber auch auch als VFR-Flieger kann es nicht schaden, sich das einmal kurz reingezogen zu haben. Insbesondere die Lärmschutzverfahren werden recht ernst genommen.

Die Avgas-Tankstelle wird von BP betrieben. Man kann aber sowohl mit BP-Carnet als auch mit normalen Kreditkarten bezahlen. Für ersteres soll man östlich der Zapfsäulen (Terminalseite) abstellen, für letzteres westlich davon (Pistenseite). Bei der Krditkartensäule gibt es leider pro Vorgang ein Umsatzlimit von 300 Euro. Genau genommen darf man an der gesamten Self-service Tanke nur mit Fliegen bis maximal 13 Metern Spannweite tanken. Heißt: Malibus, DA42s, DA50s etc. müssen an der Parkposition von einem Truck betankt werden, was 12 Euro extra als Betankungsgebühr kostet (im Prinzip lohnenswert, denn einmal Anlassen kostet deutlich mehr).

Die reinen Park- und Landegebühren (ohne Handling) sind für das, was insgesamt hier geboten wird, sehr moderat. Nur ca. 22 Euro bezahlt man für einen Zweitonner für die Landung, nur ca. 15 Euro pro Nacht Parken. Das ist schon gut. Handling käme aber wie oben gesagt bei Parken auf Asphalt aber leider noch separat dazu. Etwas nervig ist LFMD für reine Tankstopps, denn nach dem Tanken muss man ja wegen der Bezahlformalitäten (oder um auf die Toilette zu gehen) noch ins Gebäude. Man kann aber solange natürlich nicht die Tankstelle blockieren. Stellt man den Flieger dann also kurzfristig auf den daneben liegen Asphaltapron (Tango) wird teilweise ebenfalls "Handling" abgerechnet! Oder man wird aufgefordert, das Flugzeug irgendwie auf die daneben liegende Grasfläche (Alpha) zu ziehen....

Im Terminal gibt es ein kleines Restaurant (aber leider samstags UND sonntags geschlossen). Entlang der Flughafenausfahrt gibt es ein Campanile Hotel, war für eine Nacht gerade so ok ist. Abgeraten wird von dem Mercure Hotel, welches sich direkt südlich des Flughafens befindet.

Wer beim Bodentransport ein paar Euro sparen möchte, kann zu Fuß ca. 600 Meter zum Flugplatzausgang gehen und von dort einen Bus in die Innnenstadt von Cannes nehmen (Linie 20 direkt am Flughafenausgang; Linie 1 ist 400 Meter weiter zu gehen, aber mit besserer Frequenz). Taxi: da es bis ins Zentrum von Cannes ein paar Kilometer sind, kostet dies ca. 30 Euro. Mit Uber fährt man spürbar günstiger und auch die Verfügbarkeit ist (insbesondere sonntags und insbesondere während der Mittagszeit) viel besser.

Ansonsten lohnt sich ggf. ein Mietwagen, welchen man direkt am Flughafen bekommen kann (Hertz und Europcar). Diesen sollte man wie immer am besten vorbestellt haben. Wichtiger Tipp aber: der Mietwagenschalter macht - südfrankreichtypisch - eineinhalb Stunden Mittagspause! Samstags und sonntags sind die Öffnungszeiten noch begrenzter! Daher sollte man seinen Flug ggf. auch anhand dessen planen. Allerdings: seit einiger Zeit bietet der Flughafen auch ein eigenes kleines "Crew-Car" an; hier sollte man sich natürlich vorab nach der Verfügbarkeit informieren.

Und: auch nur mit dem Zug kann man die Côte d'Azur vom Boden aus recht gut erkunden.

Touristische Tipps für Cannes und Umgebung: Als Stadthotel für einen Besuch von Cannes kann ich das Hotel Splendid empfehlen; ein altes Grand Hotel direkt im Zentrum des Geschehens, dennoch mit akzeptablen Preisen. Restaurants gibt es Dutzende. Für Fisch und Meeresfrüchte ein absoluter Klassiker ist das ganz zentral gelegene Traditionsrestaurant "Astoux et Brun" (natürlich nicht ganz billig). Auch die Restaurants direkt am Strand entlang des Boulevard de la Croisette sind gut und nicht ganz günstig. Der Strand ist dort übrigens im Gegensatz zu vielen anderen Orten der Côte d'Azur feiner Sand. Auch ein Besuch in der Altstadt (auf dem Hügel ist ganz nett); dort ist es nicht so touristisch und wuselig wie an der Waterfront.

In der Umgebung (östlich) empfehle ich einen Besuch von Antibes. Dort gibt es einen schönen Markt in der Altstadt (Le Marché Provencal). Für Strand und ein bisschen Party empfehle ich auch Juans-Les Pins. Westlich von Cannes ist St. Maxime ein recht schöner Urlaubsort. Man muss sich aber nicht immer nur direkt an der Küste aufhalten; auch das Hinterland von Cannes und Nizza hat sehr schöne Flecken. Ein touristisches Highlight ist der oberhalb von Nizza gelegene Künstlerort "St-Paul-de-Vence". Großartig! Dort gibt es das Picasso-Hotel "La Colomb d'Or", das wirklich besonders, aber auch sehr teuer ist. Der Ort ist bilderbuchartig hübsch. Aber auch die oberhalb von Cannes gelegenen Städtchen Mougins und Vabonne haben Charme.

Fayence (LFMF)

Der einzige "no frills"-Flugplatz dieser Region. Er liegt aber auch nicht am Meer, sondern inländig, am Fuße der Seealpen, ca. 25 Kilometer nordwestlich von Cannes. Er ist de facto vor allem Segelfliegerplatz. Motorflugzeugen wird hier eher wenig Bedeutung zugegeben. Diese sind aber dennoch beschränkungslos zugelassen, denn der Platz ist eben "ouvert à la CAP". Insbesondere für UL-Piloten ist Fayence eine wichtige Alternative zur Landung in der Region (weil diese nicht in LFMD landen dürfen). Achtung im An- und Abflug auf die nordwestlich gelegene LF-R138; diese ist recht häufig aktiv.

Offiziell gibt es keinerlei Kraftstoff am Platz (zwar gibt es Avgas, aber primär für die Schleppmaschinen, d.h. man sollte nicht fest damit rechnen, etwas davon zu bekommen).

Früher war es sogar so, dass platzfremde Maschinen eher schlecht behandelt wurden. Das soll sich aber mittlerweile gebessert haben. Auch dieser Platz ist aber lärmempfindlich.

Natürlich haben Segler hier stets "Vorfahrt". Die Pisten sind aus feinsteinigem Unterboden (die Asphaltstreifen sind nur für Segler vorbehalten). Daher etwas Vorsicht, zumal die Pisten auch etwas uneben und nicht so sehr gut gepflegt sind. Man kann sich auch hier beim Rollen am Boden leicht etwas verirren. Auch aus der Luft ist der Platz eher nur ein großes Feld und die Pisten (Motorflieger sollen die 10L/28R benutzen, die liegt zwischen den beiden Asphaltstreifen) kann man nur schwer ausmachen. Es gibt immerhin keine Landegebühren; lediglich eine sehr moderate Parkgebühr. Gutes und gut besuchtes Restaurant am Platz ("Le Vol a Voile"); 7 Tage die Woche geöffnet und mit schönen Außenplätzen mit Blick auf den Flugbetrieb.

Leider ist die öffentliche Verkehrsanbindung des Platzes an die Küste eher schlecht. Es gibt aber eine Autovermietung nur wenige Kilometer vom Platz, bei UCAR in am Rande von Tourettes. Vorher reservieren. Die Taxifahrt dorthin kostet ca. 20 Euro. Bei größter Not schafft man es in 45 Minuten auch zu Fuß dorthin. Wenn man Glück hat, wird man von UCAR am Platz abgeholt. Auch ein Intermarché mit Leihmöglichkeit ist dort. Eine weitere nahe Möglichkeit, an ein Auto zu kommen, ist beim Hypermarkt Super-U in Fayence (zu Fuß etwas näher). Auch via ouicar kann man es natürlich probieren, an ein Auto zu kommen.

Das vom Platz nicht weit entfernte Altstädchen von Fayence ist aber für sich auch ganz nett. Sehr platznah (ca. 500 Meter vom Abstellplatz) gibt es ein sehr nettes Chambre d'hotes mit dem Namen "La Ferme Constantin".

Fréjus (LF8352) (UL-Platz!)

Leider erteilt der Platz fremden ULs derzeit in der Regel keine Landegenehmigungen mehr, wohl, weil es "zu viel Ärger" gab. Schade. Es ist eben eine hochbesiedelte Gegend mit hohen Immobilienwerten. Dennoch hier kurz die allgemeinen Infos:

Weil es an der Cote d'Azur zumindest zahlenmäßig mit Flugplätzen eher knapp ist, insbesondere für UL-Piloten, sei hier als Alternative der UL-Platz von Fréjus genannt. Er hat eine für ULs komfortable Graspiste von 500 Metern Länge und liegt nicht weit entfernt von der Stadt.

Hier der direkte Link zum Flugplatzblatt von FFPLUM.

Der Platz ist streng PPR und wird von der UL-Flugschule ULM Flying Safari betrieben. Im Anflug den Platz natürlich wenn es geht nicht mit dem alten, geschlossenen Flugplatz von Frejus (liegt direkt am Meer) verwechseln!

Nur eine recht kurze Taxifahrt vom Platz entfernt ist z.B. eine Agentur von Europcar. Ein somit kostengünstiger Platz, um eine paar Tage die Gegend zu erkunden. Wenn man denn eine Landebewilligung bekommt.

La Mole (LFTZ)

Dieser exklusive Platz liegt etwas im Hinterland von Cavalaire-sur-Mer und ca. 15 Kilometer St. Tropez entfernt. Er ist allerdings "usage restreint". Konkret: er darf nur von Piloten angeflogen werden, die vorab einen "Platzeinweisungsflug" mit einem speziell qualifizierten Fluglehrer gemacht haben und dies zwar auf demjenigen Flugzeuggtyp, den man später solo dorthin fliegen möchte. Auch die allgemeine Gebirgsflugberechtigung reicht hier nicht mehr. Dabei ist der Platz nicht so wirklich schwer anzufliegen. Einzige Besonderheit ist, dass die Piste während der Platzrunde aus dem Sichtfeld verschwindet, weil ein Hügel dazwischen ist. Außerdem bläst hier und da manchmal ein bisschen der Wind und es kann entsprechend Turbulenzen im An- und Abflug geben (es gibt auch feste Crosswind-Limits für diesen Platz). Außerdem erfordert der Platz, auch wenn man die Berechtigung hat, offziell stets eine Voranmeldung 24h vorher.

Nun ja, aufgrund dieser in der Praxis für gelegentliche Besucher recht großen Einschränkung soll der Platz hier auch nicht weiter groß behandelt werden. Es sei nur gesagt, dass er grundsätzlich sogar einen IFR-Anflug hat (wenn auch mit irrsinnig hohen Minima), aber nur tagsüber angeflogen werden darf. Außerdem sind die Lande-, Park und Handlinggebühren hoch (weit über 100 Euro). Avgas ist vorhanden. Selbiges gilt für Mietwagen. Uber ist vorhanden (ca. 45 Euro nach St. Tropez).

Auch dieser Platz hatte 2016 seinen Status als Grenzübergangspunkt verloren, diesen aber nach Protesten im Frühjahr 2017 (zumindest jeweils für die Hochsommerperiode) wieder zurückgewonnen. Heißt: es sind im Sommer weiterhin Flüge über die Grenzen des Schengenraums hinweg möglich. (Flüge über die EU-Außengrenzen hinaus sowieso, denn den Status als Zollplatz hat er immer beibehalten).

Achtung: auch dieser Platz besteht darauf, dass alle Ein- und Ausflüge aus Frankreich (also auch innerhalb des Schengen/EU-Raums) nur mit 24 Stunden Voranmeldung stattfinden (siehe AIP).

Für diejenigen, die es dennoch interessiert: in Cannes LFMD gibt es mehrere Fluglehrer, die die entsprechende Einweisung für La Mole durchführen können. Außerdem auch in Chambery bei Aerosavoie.

Cuers-Pierrefeu (LFTF)

Die einzige "öffentliche" und günstige GA-Alternative für den etwas westlicheren Teil der Côte d'Azur zwischen Fréjus und Toulon. Von einigen Hügeln und Bergen umgeben. Cuers (ausgesprochen: "Küerss") ist (zumindest halb-) militärisch, aber Zivilflieger können auf der Nordseite des Platzes trotzdem sehr problemlos und ungestört operieren - es gibt mehrere Aeroclubs und relativ viel Flugbetrieb. Tagsüber und bei VMC gibt es keine wesentlichen Betriebseinschränkungen. Selbst dreiachsige ULs dürfen hier fliegen. Bei Fragen (zum Tanken oder zum Parken) kann man es nicht nur über die in der VAC veröffentlichte Nummer (0033 494483683) sondern auch über die mobile Nummer des zivilen Flugbetriebsleiters, 0033 680543031, probieren. PPR ist an sich aber nicht unbedingt erfordert.

Den Platz umgibt die LF-R64B (bis 3000 Fuß). Bevor man da einfliegt, sollte man die Frequenz 118,275 (Bandansage über den Status, genannt "RAI") abgehört haben und Kontakt mit Cuers TWR hergestellt sein. Ist der TWR nicht aktiv, soll man sich über die Frequenz 118,275 über den Status informieren.

Der Tower ist allerdings nur unregelmäßig besetzt. Außerhalb dessen gilt A/A, am besten natürlich auf Französisch, auch wenn dies qua VAC nicht streng so vorgeschrieben ist.. Es gibt Avgas, aber nur, wenn der Tankwart da ist (Mittagspause beachten!). Man kann mit Kreditkarte zahlen. Seit Frühjahr 2024 gibt es außerdem eine Zapfsäule für "AKI93", also eine Art Premium-Super Plus.

Parken tut man auf den Flächen (teilweise Gras) eines der Aeroclubs ("Aeroclub du Var" und "Aeroclub du Soleil"). Landegebühren sehr moderat (10 Euro); die Parkgebühren sind mit 30 Euro pro Tag leider mittlerweile etwas hoch. Man meldet sich nach der Landung im Betriebsbüro. Es gibt ein kleines, gutes Restaurant ("Le Saint-Tex", montags geschlossen).

Um vom Platz wegzukommen, muss man ein (teures) Taxi rufen (0033 682836552 oder 664862266 oder 45181927). Am besten, man lässt den Flugbetriebsleiter helfen. Keine Mietwagen vorhanden. Da der Platz weit weg vom Schuss ist, kostet ein Taxi bis nach Hyères ca. 75 Euro! Wer französisch kann, kann es z.B. mit Getaround versuchen, ein günstiges Auto zu leihen und zum Platz bringen zu lassen. Ansonsten ist es einen Versuch wert, beim recht nahen (4km) Intermarché am Rande von Cuers ein Auto zu leihen (sonntags geschlossen).

Wer allerdings nur übernachten möchte, findet, nur einige hundert Meter vom Abstellplatz entfernt, ein sehr schönes chambre d'hôtes, das Château Montagne.

Hyéres-Toulon (LFTH)

Mit PPR kann in der Nähe auch der der ebenfalls gemischt militärisch-zivile Flughafen Hyères-Toulon (LFTH) angeflogen werden. Das ist allerdings sagenhaft teuer und daher nicht zu empfehlen.

Le Castellet (LFMQ)

Der westlichste Flugplatz der Côte d'Azur. Von der Anlage her sehr schön; das Empfangsgebäude ist recht edel. Das gilt auch für die Damen, von denen man betreut wird. Direkt nördlich der Piste liegt die Rennstrecke "Paul Ricard". Diese darf aber nicht direkt überflogen werden.

ULs dürfen nur bei maximal 15 Knoten Wind fliegen (egal welche Richtung); für Flugzeuge ist ab 15 Knoten Seitenwind Schluss.

Der Platz hat auch einfache IFR-Verfahren, allerdings mit hohen Minima, daher eher witzlos. IFR-Flüge sind außerdem aus unerfindlichem Grund PPR (Vortag!). Und: Es darf hier im Grundsatz nur innerhalb der Betriebszeiten des AFIS geflogen werden, da man sonst nicht aus dem Flughafen raus kommt. Dies ist speziell abends zu berücksichtigen, wo der AFIS-Dienst recht früh eingestellt wird. Mit PPR kann man zwar verlängern, aber das kostet viel Geld.

Es gibt Avgas und Jet, allerdings zu hohen Preisen. Auch die Lande- und Parkgebühren sind einen Tick höher als anderswo; insgesamt sind sie aber noch im Rahmen. Es gibt eine kleine Cafe-Bar direkt im Empfangsgebäude. Man kann das Flugzeug auch nächteweise hangarieren (nicht billig).

Auch dieser Platz hat 2016 seinen Status als Grenzübergangspunkt zunächst verloren; teilweise lässt sich aber (AIP & NOTAMs checken) im Sommer dies doch wieder mit 24h PN anfordern. Zollplatz ist er allerdings generell immer noch. Daher sind das ganze Jahr über (aber auch nur mir 24h PN) weiterhin Flüge aus der und in die Schweiz möglich, denn die Schweiz ist ja Teil des Schengen-Raums. Direktflüge von und zu den Britischen Inseln z.B. (außerhalb Schengens) unterliegen aber der Einreisekontrolle; daher muss der verwendete Platz in Frankreich ein "point de passage frontalier" sein, was Le Castellet eben nur in den Sommermonaten ist.

Taxis stehen nicht bereit, da der Platz nur recht wenig Verkehr hat und dieser außerdem rechts abseits liegt. Auch Uber gibt es hier nicht. Grundsätzlich sind mit Voranmeldung direkt am Platz Autos mietbar. Diese werden allerdings auch von einer Europcar-Station fernab des Platzes herbei geholt. Daher sind die Kosten hoch. Ggf. kann man sein Glück über eine der französischen Carsharing-Plattform versuchen. Der im Kern mittelalterliche Bergort Le Castellet ist sehr klein, aber ganz nett und ursprünglich. Auch er ist aber einige Kilometer vom Flugplatz entfernt.

Die in halbwegs vertretbarer Distanz erreichbaren Orte am Meer sind Saint-Cyr-sur-Mer and Bandol. Noch schöner, aber für eine bezahlbare Taxifahrt zu weit entfernt ist der wunderbare (frühere) Fischerort "Cassis", mit den berühmten Calanques, also Kalksteinfelsen, welche eine einzigartige Bucht westlich des Ortes bilden.

Es gibt aber auch zwei Hotels in Platznähe (Hotel & Spa Du Castellet, 5 Sterne 100 Meter entfernt und Grand Prix Hotel, 3 Sterne 600 Meter entfernt). Beide verfügen auch jeweils über ein Restaurant.

2. Die Provence

Die Provence ist eine ganz besonders bezaubernde Region Südfrankreichs. Bekannt ist die ländliche Provence für ihre kleinen Städtchen und Bergdörfer, die sanften Hügel und Berge, sowie im Sommer natürlich die berühmten Lavendelfelder. Auch Städte wie Avignon, Aix-en Provence und auch Marseille haben ihre Reize.

Fliegerisch ist die Provence ein absolut tolles Terrain. Lediglich der Marseiller Flughafen Marignane (LFML) vermiest den Spaß mit seinen hohen Gebühren. Zu bedenken ist auch, dass der Wind in der Provence (Mistral) häufig etwas pfeift; insbesondere sehr leichte Flugzeuge sollten also am Boden immer festgebunden werden. Im Flug kann es hier und da, insbesondere über hügeligem Terrain, etwas turbulent werden. Und: leider sind große Teile der Provence mit LF-Rs und militärischen Kontrollzonen zugepflastert. Hier kann man beim Blick auf die Karte schon etwas verzweifeln. Zum Glück ist da die französische ATC, welche das alles in der Praxis deutlich einfacher werden lässt.

Marseille

Wie soeben angeklungen, ist der Großflughafen der südlichen Provence, Marseille-Marignane (LFML) leider seit ein paar Jahren durch Pflicht-Handling und insgesamt erhöhe Gebühren sehr teuer geworden. Mindestens 300 Euro kostet eine Landung (inklusive dem unvermeidbaren Handlng) hier nun. Ein Trick, mittels dem man um das Handling herum kommt, ist mir nicht bekannt. Und selbst die Landegebühren machen schon ca. 100 Euro aus. Dafür ist der Flughafen H24, mit allen nur erdenklichen Annehmlichkeiten. Es gibt gute Verbindungen in die Stadt, wobei es schon eine gewisse Fahrdistanz dorthin ist. Avgas (auch sehr teuer) und Jet sind zu bekommen.

Als VFR-Alternative fällt sofort der kleine Platz Berre la Fare (LFNR) ins Auge. Er ist aber leider "usage restreint", was die Sache wiederum verkompliziert. Daher ist letztlich Aix-Les Milles (LFMA) die beste VFR-Alternative für Marseille (siehe nächster Abschnitt).

Zunächst aber noch ein paar Tipps zur Stadt Marseille: sie ist die zweigrößte Stadt Frankreichs und gleichzeitig die wichtigste französische sowie insgesamt eine der wichtigsten Hafenstädte ganz Europas (sowohl für Fähren als auch für Fracht). Touristisch ist sie weniger im Fokus; oft wird Marseille vor allem eher die Kriminalität assoziiert. Dies allerdings findet sich konzentriert nicht in der Innenstadt, sondern in den Stadtvierteln und Vororten im Norden. Dennoch sollte man natürlich immer mit einer gewissen Vorsicht unterwegs sein, denn in der Tat, rein statitisch ist Marseille einer der gefährlichsten Städte, was auch immer das bedeuten mag.

Beeindruckend ist der riesige alte, aber umso lebendigere Hafen (Vieux Port) von Marseille. Ebenso die Cathédrale Sainte-Marie-Maheure. Besonders schön ist der Ausblick über die Stadt von der Basilika Notre-Dame. Sehr toll ist auch das Fort Saint-Jean am westlichen Ausgang des Hafens. Dies kann man (kostenlos) besteigen und hat von dort auch ganz tolle Blicke. Vom Alten Hafen aus kann man Bootstouren zur historischen Festung auf der Île d'If unternehmen. Nur wenig südlich des Vieux Port gibt es einen kleinen Stadtstrand (Plage des Catalans). Insgesamt eine aufregende Stadt; wenn auch nicht ganz so pittoresk wie z.B. Avignon. Eben eine absolute Großstadt.

Wenn man ein Auto hat und eine schöne Strandlocation sucht, dann sollte man von Marseille aus ca. 30 Minuten nach Süden, zur "Calanque de Sourmiou" fahren. Spektakulär!

Aix-Les-Milles (LFMA)

Der Platz liegt ca. 25 Kilometer nördlich von Marseille, ein paar Kilometer außerhalb von Aix-en-Provence. Dank Autobahn ist die Strecke nach Marseille sehr zügig zu schaffen; auch mit dem Zug kommt man von Aix schnell dorthin. Außerdem ist auch die Stadt Aix, die historische Altstadt der Provence, sehr hübsch und einen Besuch unbedingt wert. Aber zunächst noch ein paar Infos zu LFMA:

Es handelt sich um einen sehr aktiven GA-Platz. Die Luftraumstruktur in der Umgebung ist allerdings wirklich etwas verwirrend. Der Tower hat sehr gute Öffnungszeiten, es gibt keine Mittagspause. Von daher sehr unproblematisch. Leider gibt es trotz Tower (und ATIS) keine IAPs (interessanterweise gibt es zwar eine STAR, und auch Departure Procedures, aber eben keine Approaches). Heißt: man wird bei IFR-Flügen bis an den Platz herangeführt, muss dann aber canceln und einen VFR-Anflug über die Meldepunkte machen. Und es gibt keinen Zoll. Der öffentliche Teil des Flughafens liegt *östlich* der Piste.

Die Tankstelle ist privat betrieben, was hier den Vorteil hat, dass man auch wenn man keine TOTAL-Card hat sondern nur eine "normale" Kreditkarte, autark tanken kann (Jet & Avgas 100LL). Der Verkehr soll übrigens immer *links* herum um die Tankinsel laufen.

Die Parkflächen auf Asphalt sind häufig alle belegt, dann wird man als Gast auf Gras geschickt. Geparkt wird immer Richtung Norden. Die Park- und Rollordnung ist etwas ungewöhnlich. Ösen im Boden sind teilweise vorhanden.

Seit 2022 gibt es wieder ein Restaurant am Platz ("Les Zèles 114"; sonntags geschlossen). Auch im Ort Les Milles (ca. 1 km der Flugplatzstraße nach Osten folgen) gibt es ein paar Restaurants.

Das Bezahlen der Gebühren geht beim Personal im Empfangshäuschen. Die Landegebühren sind absolut moderat. Die Parkgebühren allerdings wurden 2019 erheblich erhöht. Auf Asphalt ist es recht teuer (mit einem Zweitonner ca. 35 Euro pro Tag; als Eintonner die Hälfte). Tipp: wenn man auf Gras parkt, ist der Stundensatz viel geringer. Und noch ein Tipp: Aeroclub-Flugzeuge bekommen 50% Rabatt bei den Parkgebühren.

Es gibt auch einen Pilot Shop am Platz ("Sud Air Equipement"), der aber nur mitttwochs bis samstags geöffnet hat. U.a kann man dort ein Floß leihen, wenn man so etwas z.B. für einen Flug nach Korsika oder noch weiter benötigt.

Leider kommt man vom Platz nicht sehr gut weg; es gibt per se keine Mietwagen direkt am Platz*. Um eins zu nehmen muss man erst in die Stadt. Es fahren wochentags allerdings Busse (mehrere Linien, 15, und 17) vom kleinen Bahnhof des Orts Les Milles aus (700 Meter zu Fuß). Wenn man dorthin nicht gehen kann oder will, braucht man ein Taxi (ca. 30 Euro ins Zentrum von Aix), oder ein Uber (kostet weniger).

Wer von Aix aus nach Marseille möchte, kann den Zug (vom normalen SNCF-Bahnhof im Zentrum von nehmen, der wenig kostet (pro Person hin und zurück ca. 15 Euro), aber auch etwas lange fährt (52 Min.). Vom TGV-Bahnhof von Aix aus kommt man sehr schnell, dafür etwas teurer, nach Marseille. Trotzdem allgemein besser, als sich mit dem Mietauto in Marseille rumzuquälen.

Wer direkt vom Flugplatz mit dem Taxi bis nach Marseille fährt, muss ca. 85 Euro bezahlen. Mit UBER ist es wiederum spürbar weniger.

Wichtig beim Thema Mietwagen-Reservierung: bei vielen Portalen hat man die Wahl, diesen entweder im Zentrum von Aix, also am Bahnhof der SNCF, oder am TGV-Bahnhof von Aix zu übernehmen. Aber Vorsicht: letzterer befindet sich nicht im Stadtzentrum, sondern weit außerhalb, mitten in der Landschaft! Daher sollte man eher "Stadtzentrum" vorziehen. Von TGV-Bahnhof von Aix kommt man mit dem Zug in nur einer Viertelstunde nach Marseille. Die Züge vom SNCF-Bahnhof im Zentrum von Aix brauchen deutlich länger, kosten aber viel weniger.

* Es ist wohl so, dass auf Anfrage SIXT auch Autos direkt am Flugplatz zur Verfügung stellt. Hier wäre allerdings zu prüfen, wie hoch die Extra-Gebühren dafür sind.

Avignon-Caumont (LFMV)

Avignon wird häufig als eine der sehenswertesten Großstädte der Provence bezeichnet. Dabei wird sie in ihrer Größe häufig überschätzt - sie hat weniger als 100.000 Einwohner.

Da sie von 1309 bis 1423 Papstsitz war, trägt sie den Beinamen „Stadt der Päpste“. Die Altstadt von Avignon mit ihren prächtigen, mittelalterlichen Häusern ist von einer intakten und imposanten Befestigungsmauer umgeben. Mit dem gotischen Papstpalast (Palais des Papes) aus dem 14. Jahrhundert, der Bischofsanlage, dem Rocher-des-Doms und der berühmten Brücke, der Pont St. Bénézet, zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.Darüber hinaus gibt es natürlich ganz einfach sehr viele schöne Plätze, Gassen und Cafés, die die Orte Südfrankreichs eben so besonders machen. Das Hotel d'Europe ist in Avignon ein Klassiker.

Obwohl die Stadt nicht riesig ist, hat sie einen "richtigen" Flughafen, daher auch bis vor ein paar Jahren ein wenig Linienverkehr hatte. Aktuell aber nicht mehr. Fliegerisch ist der Platz absolut unspektakulär und unproblematisch, auch wenn der Blick auf ICAO-Karte aufgrund der vielen anderen Lufträume drumherum etwas verschrecken mag. IFR ist natürlich noch etwas einfacher. Allerdings gibt es auch hier kein ILS mehr, sondern nur noch RNP-Anflüge. Gebühren moderat. Zoll bzw. Einreise vorhanden, wenn auch nur mit 24h Voranmeldung. Auch hier gibt es in der Sommersaison oftmals ein NOTAM, welches für's Parken PPR fordert.

Bedingt durch die komplexe Luftraumstruktur ist der VFR-Anflug machma etwas hektisch (mit Weitergabe von Orange an Avignon recht kurz vor dem Platz), aber man kümmert sich. Zu beachten ist sonst fliegerisch nur der meist starke Wind (Mistral). Man sollte wie immer in die dieser Gegend für Kleinflugzeuge Verzurrmaterial mitbringen.

Sprit gibt's mit TOTAL-Karte (von der festen Tanke). Auch ohne TOTAL-Card ist es kein Problem; man muss nur bescheid sagen und dann kommt jemand zur Tanke. Auch UL91 gibt es. Wehrmutstropfen: Tie-Downs sind leider nur noch im Gras vorhanden, nicht mehr auf der Asphaltparkfläche (allerdings werden besuchende SEPs ohnehin gerne auf Gras, sprich den Apron A, geschickt). Es gibt ein italienisches Restaurant ("Mamma", leider nur wochentags geöffnet) am Platz. Auch ein ordentliches Best-Western-Hotel gibt es direkt außerhalb des Flughafens, das "Hotel Paradou" (mit Pool!). Quasi daneben liegt noch ein Courtepaille-Restaurant.

Auch hier ist es leider so, dass der Platz auch für Flüge innerhalb des EU+Schengen-Raums eine Voranmeldung haben will, und zwar durch eine "General Declaration" per Mail: siehe AIP. Genau gesagt steht dort sogar, dass ALLE Flüge dies zu tun haben. Trauriges Schauspiel.

Aufgrund des (geringen) Linienverkehrs gibt es grundsätzlich zwar Mietwagen vor Ort (Europcar), aber auch hier gilt: ohne Vorabreservierung geht praktisch nichts, denn häufig sind die Schalter unbesetzt. Wenn man nur nach Avignon möchte, kann man ein Taxi nehmen (kostet allerdings ca. 40 Euro) oder ein UBER. Oder auch einen Linienbus (Linie "C3", hierefür muss man aber zunächst etwas zu Fuß gehen).

Besonders zu empfehlen ist der Flughafen von Avignon aufgrund dessen Lage und der Mietautos nicht nur für den Besuch der schönen Stadt, sondern auch zum Erkunden des schönen Umlands, speziell der Gegend östlich der Stadt (Vaucluse). Hier gibt es nicht nur hübsche kleine Städchen und Dörfer, sondern auch die für die Provence berühmten Lavendelfelder. L'Isle-sur-la-Sorgue z.B. ist süß. Auch das auf einem Hügel gelegene Gordes ist schön. Für Rotweinfreunde ist natürlich ein Besuch von Châteauneuf-du-Pape Pflicht.

Der kleinere Flugplatz der Stadt, Avignon-Pujaut (LFNT) ist leider "usage restreint", bietet aber auch gegenüber Caumont kaum Vorteile. Außerdem scheint es hier unmöglich zu sein, eine Landegenehmigung zu bekommen.

Eine weitere bekannte Stadt in der südlichen Provence, am Ostufer der Rhône, ist Arles. Diese hat leider keinen Flugplatz in der Nähe; wird daher meistens von Avignon (aber auch von Nimes) mit dem Mietwagen angefahren. Berühmt ist die Stadt Arles wegen ihrer in die verwinkelte Altstadt eingebettete Arena. Daneben gibt es ein paar weitere Sehenswürdigkeiten wie die Place de la République. Insgesamt bin ich persönlich aber kein großer Fan von Arles, weil mir persönlich das geordnete und gepflegte Stadtbild fehlt und die Stadt von Touris etwas zu überlaufen erscheint.

Carpentras (LFNH)

Wer direkt im schönen Gebiet der Vaucluse landen möchte, für den gibt es den Flugplatz vom Städtchen Carpentras, etwas nordöstlich von Avignon. Von hier aus ist es nicht weit zum berühmten Mont Ventoux, diesem 6000 Fuß hohen, kahlen Berg, der so deutlich aus der ihn umgebenden Landschaft heraussticht.

Leider keine Mietwagen direkt am Platz (dazu muss man mit dem Taxi in die Stadt). Dafür geringe Gebühren und eben etwas ländlicheres Ambiente als in Avignon. Kein IFR, kein ATS, "FR-only". Es gibt neben Avgas 100LL gibt es auch UL91, welches dank normalem Kreditkartenterminal sogar in der Mittagspause zu haben ist. Es gibt direkt am Platz kein Restaurant, aber nur gut 5 Minuten zu Fuß entfernt (vor zur Hauptstraße und dann 300 Meter Richtung Westen) gibt es eins, das "La Gravière".

Es gibt viele schöne Gasthäuser ("chambres d'hotes") in dieser Gegend, z.B. das "Bastide Saint Didier". Der Eigentümer holt vom Flugplatz ab. Es gibt im Sommer auch einen Pool (mit Blick auf den Mont-Ventoux) dort.

Montélimar (LFLQ)

Ganz am nördlichen Rand der Provence, im Rhone-Tal gelegen. Ein reiner GA-Platz mit sehr langer, breiter Grasbahn, die auch sehr eben ist. Kein ATS, keine Gebühren. Es wird die 123,5 für die Positionsmeldungen genutzt. Von Norden kommend muss man beim Einfädeln in die Platzrunde sehr auf die LF-P12 achten. Es gibt Avgas 100LL und Avgas UL91. Beide Tanken sind vom Club betrieben und haben kein Self-Service-Terminal; man braucht somit die Hilfe von jemandem vom Club (Bezahlung bar oder mit Karte). Das am Platz befindliche Restaurant "Air Escale" wird viel gepriesen, ist aber eher nur "ganz normal". Am Platz gibt es außerdem ein wohl recht beliebtes Jagdflugzeugmuseum (wochenends nur nachmittags geöffnet), allerdings 7 Euro Eintritt.

In den direkt an den Flugplatz angrenzenden kleinen Ort Ancône kann man zu Fuß gehen. Selbst Montélimar selbst ist nur ca. 2,5 Kilometer entfernt. Ein Taxi (Tel. 0680735942, weitere Nummern per google), kostet ca. 10 Euro. Das Hotel Ibis Styles ist empfehlenswert. Montélimar (37.000 Einwohner) ist ein recht nettes, hübsch angelegtes südfranzösisches Städtchen, allerdings ohne besondere Highlights. Für einen halben Tag absolut OK.

Vinon (LFNF)

Mitten im Zentrum der Region, sei noch der Flugplatz Vinon (LFNF) genannt. Es ist quasi DAS Segelflugzentrum des Großraums Marseille. Daher vor allem am Wochenende viel Segelflugverkehr. Es gibt eine Avgas-Tanke von TOTAL mit Carnet-Automat.

Salon Eyguieres (LFNE)

Für den Süden der Region sei noch der Flugplatz von Salon genannt (LFNE, nicht mit dem Militärplatz LFMY verwechseln!). Es ist ebenfalls "ouvert à la CAP", so dass man dort weitgehend bedingungslos landen kann.

Sainte Croix sur Verdon (LF0429)

Zum Schluß noch etwas zum Zunge schnalzen. Im Osten der Region gibt es ein besonderes Naturschauspiel, welches man sich (zumindest fliegend) nicht entgehen lassen sollte: den türkisfarben schillernden See "Lac de Sainte Croix" sowie den sich östlich direkt anschließenden "Canyon du Verdon"; eine sehr schmale Schlucht durch den der ebenfalls tief türkisfarbenene Fluß fließt, auf dem sich Touristen im Sommer vergnügen. An den umgebenden Felswänden üben sich Wanderer und Kletterer. Vorsicht ist ber geboten, weil direkt südlich eine LF-R anschließt, welche meistens aktiv ist.

Leider gibt es überhaupt keinen "richtigen" Flugplatz in unmittelbarer Nähe. Allerdings gibt es nahezu direkt am Ufer des Lac de Sainte Croix einen kleinen (Motor-)Segelflugplatz. Siehe das Flugplatzblatt von FFPLUM. Der Platz ist streng PPR, aber unmlich ist es wohl nicht. Die Piste ist etwas rau und es gibt Stromleitungen in der Platzumgebung. Vom Platz sind es 15 Minuten zu Fuß zum Seeufer bzw. in den Ort (wo es Restaurants gibt), allerdings stark bergab (und somit danach wieder bergauf).

Der 15 Kilometer nördlich des Sees gelegene, vorwiegend als Segelflugbasis fungierende Flugplatz Puimoisson (LFTP) ist leider "usage restreint"; es kann aber natürlich eine administrative Genehmigung eingeholt werden.


© Philipp Tiemann
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